Piet Mondrian New York City-Process

Ein Bild wird entschlüsselt

Beschreibung

In den letzten Jahren seines Lebens lebte und arbeitete Piet Mondrian (1872 – 1944) in New York. Rhythmus, Formen und Geometrie der Großstadt blieben nicht ohne Einfluss auf sein Werk. Eines seiner letzten Bilder trägt den Titel New York – New York City. Es gibt seine verborgenen Geheimnisse erst nach längerer Kontemplation und eingehender Analyse preis.

Piet Mondrians Spätwerk, zu dem auch New York City 3 aus dem Jahr 1941 zählt, gilt als verrätselt und schwer zu erschließen. Sein strenger Aufbau aus Linien und Flächen folgt geradezu mystischen Gesetzmäßigkeiten. Elmar Schrepfer ist es gelungen, den Entstehungsprozess des Bildes nachzuvollziehen und Schritt für Schritt für den Betrachter sichtbar zu machen. Eine faszinierende meditativ-analytische Annäherung an einen der großen Pioniere der klassischen Moderne und ein didaktisch-künstlerisches Meisterstück.

The late works of Piet Mondrian, including New York City 3, are regarded as enigmatic and hard to decipher. The rigid construction with lines and planes follow almost mystical rules. Elmar Schrepfer succeeded in following the formation process of the picture and step by step, made it visible to the observer. A fascinating, meditative-analytic approach to one of the great pioneers of the classical modern period and a didactic-artistic master-piece.

La obra tardía de Piet Mondrian, a la cual pertenece también New York City 3, es vista como enigmática y difícil de entender. Su rígida construcción de lineas y superficies obedece regularidades casi místicas. Elmar Schrepfer logró reconstruir el proceso de la formación del cuadro y hacerlo visible paso a paso para el observador. Un fascinante acercamiento meditativo-analítico a uno de los grandes pioneros de la moderna clásica y una obra maestra didáctica-artística.

LESEPROBE:

 

(29.08.2012)

 

 

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Die Lebendigkeit in der Balance, die Asymmetrie im Gleichgewicht
Von Kai Hansen

Man stelle sich vor, es gäbe ein Kunstbuch, das geeignet ist, die schlechten Erfahrungen schulischer Kunst-Interpretationen zu überwinden - und einem die Freude an der Kunst eröffnen kann. Dieses Buch müsste auf lange Texte verzichten und trotzdem das Besondere des Kunstwerkes anschaulich machen. Dieses Buch ist ein solches.

Es hat ein Spätwerk Mondrians zum Gegenstand entdeckt, als es fast schon in Auflösung begriffen war - und deshalb stellenweise rekonstruiert werden musste. New York City, der Titel, legt einfachste Interpretationen nahe. Das aber wird Mondrian - aber auch den Bild und den BetrachterInnen - nicht gerecht.

Der Autor Elmar Schrepfer lässt einen, gerade weil er auf jegliche Interpretation verzichtet, in dem Bild ein Wunderwerk an Lebendigkeit entdecken. Seine fast wissenschaftliche Aufschlüsselung des zunächst unspektakulär erscheinenden Raster-Bildes vollzieht er in klaren, durch seine Aufgliederung gut nachvollziehbaren Schritten. Schrittweise werden mehr und mehr Bezüge deutlich, die das Interesse verstärken. Man wird im eigenen wahrnehmenden Denken angeregt.

Die Methode, also das hin- und her blätternde Hinschauen und -denken ist auf einen mitvollziehenden, nachbildenden Prozess angelegt. Das Buch ist ein Entdeckungsweg, bei dem Wahrnehmung und mitdenkendes Vollziehen der Bildentstehung logisch möglich ist. Durch sehr genaue Abfolge von Beobachtungen entschlüsselt der Autor die Entstehungsgeschichte des Bildes, indem das Nacheinander, über- und untereinander der aufgeklebten Farbstreifen logisch ins Verhältnis gesetzt wird. Das wird von Kapitel zu Kapitel aufregender. Das liegt daran, dass Mondrian stets darum bemüht war, die Gegensätze des Äußeren und inneren Erlebens in seiner Kunst darzustellen, zuzuspitzen und gleichzeitig zu überwinden. Dadurch entstehen schöne Erlebnisse von Lebendigkeit in der ruhenden Balance und moderner Asymmetrie im ruhigen Gleichgewicht. Das Bewusstseinsparadox des Menschen, sein gleichzeitig sinnliches und geistiges Dasein, erscheint hier. Aber soweit geht Schrepfer gar nicht, er interpretiert nicht.

Jeder Künstler, jeder Mathematiker, aber auch einfach an Schönheit interessierte Menschen können sich an diesem doch zunächst spröden Werk mehr und mehr entzünden. Es eröffnet sich nach und nach eine Vielfalt und ein nicht für möglich gehaltener Reichtum an Beziehungen und Gesetzmäßigkeiten, die Mondrians tiefe Beschäftigung mit Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Bewusstseins und der Wahrnehmung anschaulich werden lassen.

Kommt hinzu, dass die puristische Systematik, die Abfolge im Buch in faszinierender Weise genau dem Bildaufbau folgt. Der Buchgestalter Christian Schrepfer hat mit Zurückhaltung und sorgfältiger Ästhetik, eine Art Zeichensprache entwickelt, die angenehm und Orientierung gebend durch das Buch führt.

Dieses Buch ist auch als Übungsbuch zu empfehlen.

 

(13.05.2014)

Produktinformation

ISBN-13: 
978-3-8251-7771-3
Erscheinungsjahr: 
2011
Auflage: 
1
Extras: 
Mit dreisprachigem Text (deutsch / englisch /spanisch), durchgehend farbig, mit Lesebändchen, mit Schutzumschlag
Einband: 
Gebunden
Seiten: 
169
Verlag: 

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