NEU

Die Hebamme

Roman

Marta Kristine Andersdatter Nesje – die Ururgroßmutter des Autors – ging 1821 zu Fuß von der Westküste Norwegens 600 km nach Christiania, um Hebamme zu werden. Edvard Hoem zeichnet mit enormer dichterischer Kraft das großartige Porträt einer mutigen Frau. mehr >>

Inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer
Sofort lieferbar

Achtung Lieferverzögerungen: Aufgrund der aktuellen Situation beträgt die reguläre Lieferzeit innerhalb Deutschlands derzeit 4 – 7 Werktage. 

Portofrei innerhalb von Deutschland ab einem Bestellwert von 19,– Euro.

Bewertungen:
336 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
1. Auflage 2021
ISBN 978-3-8251-5236-9

Verlag Urachhaus

Edvard Hoem
Foto: Paal Audestad
Autor/in
geboren 1949 in der Nähe von Molde, ist einer der führenden norwegischen Schriftsteller. Seit fünf Jahrzehnten veröffentlicht er Romane, Dramen, Gedichte und Übersetzungen, für die er u.a. mit dem Brage-Preis (2019),

Antje Subey-Cramer
Foto: Stefan Schürrle
Antje Subey-Cramer
Übersetzer/in
arbeitete nach ihrem Studium der Nordistik und Musikwissenschaft einige Jahre in einem Kinderbuchverlag in Süddeutschland, bevor es sie wieder in ihre norddeutsche Heimat zog. Als freie Lektorin und Übersetzerin lebt sie mit ihrem Mann,

Marta Kristine Andersdatter Nesje – die Ururgroßmutter des Autors – ging 1821 zu Fuß von der Westküste Norwegens 600 km nach Christiania, um Hebamme zu werden. Sie übte ihren Beruf danach fünfzig Jahre lang am Romsdalsfjord aus und verfolgte beharrlich ihr Ziel, Frauen zu helfen, selbst wenn sie gegen Misstrauen und Armut ankämpfen musste. 

Edvard Hoem lässt Marta Kristine mit großer dichterischer Kraft hervortreten und erzählt feinfühlig von ihrer tiefen Liebe zu Hans, ihrem Lebensalltag mit elf Kindern und den unzähligen Hebammenfahrten über den Fjord.

Das Bild einer ganzen Epoche, einer Landschaft – und des Hebammenberufs vor 200 Jahren – tritt atmosphärisch und detailgetreu hervor. Das Einfache dieses Lebens und die Zuversicht der Charaktere vermögen uns gerade heute besonders zu berühren.


Klimaneutrale Buchproduktion in Deutschland unter Verwendung von FSC-Papier.

Die Hebamme
Roman
Übersetzt von Antje Subey-Cramer
Mit Lesebändchen
1. Auflage 2021
Gebunden mit Schutzumschlag
336 Seiten
ISBN 978-3-8251-5236-9
Verlag Urachhaus
Original Titel: Jordmor på jorda
Original Verlag: Forlaget Oktober, Oslo
Original Sprache: Norwegisch

schrieb am
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wächst Marta Kristine Andersdatter Nesje an der Westküste Norwegens auf. Ihr Leben ist geprägt von den schwierigen Lebensbedingungen und der Armut der ländlichen Bevölkerung. Nach Jahren der Ungewissheit sucht sie später Erfüllung im Beruf der Hebamme, stößt damit im Ort jedoch zunächst nur auf Ablehnung und muss lange Zeit darum kämpfen, das tun zu dürfen, worin sie ihre Lebensaufgabe sieht.

Das Buch ist eine Mischung aus Roman und Biographie, denn Marta Kristine war die Ururgroßmutter des Autors und auch viele der anderen Figuren haben nachweislich zu ihren Lebzeiten real gelebt. Dennoch liest sich das Buch eher wie ein Roman, wenn auch gelegentlich Daten und Fakten Einzug finden, die das Geschehen historisch belegen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil man einen umfassenden Einblick in die tatsächlichen Lebensumstände der Landbevölkerung an der Küste Norwegens zu Beginn des 19. Jarhunderts erhält, dennoch aber aber nie das Gefühl hat, ein trockenes Sachbuch zu lesen. Das Verhältnis zwischen Realem und Hinzugedachtem erschien mir sehr ausgewogen und glaubwürdig und ich habe Marta Kristines Geschichte mit großem Interesse verfolgt.

Wir begleiten die Protagonistin auf ihrem Lebensweg von frühester Kindheit an, als sie mit ihren Eltern neu in die Gegend gezogen ist, über ihre jungen Erwachsenenjahre und ihre Zeit als Hebamme und Mutter, bis hin ins hohe Alter. Von Anfang an wird deutlich, dass sie eine starke Frau ist, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz nicht unterkriegen lässt und sich ihren eigenen Weg durchs Leben schafft. Dass sie dabei oft auch auf Dinge verzichten muss, geliebte Menschen verliert und ihr Tun immer wieder verteidigen muss, hält sie nicht auf.

Es gelingt ihr, einen Beruf auszuübern, der damals in Norwegen kaum ein hohes Ansehen genoss - denn wer braucht schon eine Hebamme, die vielleicht auch noch mehrere Dörfer entfernt lebt, wenn man doch Nachbarinnen, Mütter und Töchter seit jeher als Geburtshelferinnen um sich hatte? Und warum sollte man dafür dann auch noch Geld bezahlen, wo das doch ohnehin meist viel zu knapp ist? So wird schnell klar, dass Marta Kristine es gerade in ihrer Anfangszeit als Hebamme nicht leicht hatte. Hinzu kommen ein Ehemann, der zusehends mehr in ein Leben zwischen Melancholie und Schwermut abdriftet und dessen Einnahmequellen unzuverlässig sind, und, wie damals üblich, jede Menge Kinder, die es zu versorgen gilt. Dass es ihr trotz allem irgendwie gelingt, die Balance dabei zu halten, verdankt sie ihrem familiären Umfeld und nicht zuletzt auch ihrem starken Willen.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen, und obwohl sich im Mittelteil des Buches vielleicht die ein oder andere Länge ergibt, wird es doch nie zu trocken oder zu langweilig. Ich habe das Lesen sehr genossen und bin positiv überrascht von dieser Romanbiographie, die gekonnt das Leben einer bemerkenswerten Frau porträtiert. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

schrieb am
„Die Hebamme“ von Edvard Hoem erzählt die Geschichte der Hebammen-Stina. Geboren am Romsdalsfjord in Norwegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, weiß die eigenwillige Marta Kristine schon früh was sie will. Diese ungewöhnliche Frau macht sich auf den Weg ihr Leben selbst in die Hand zunehmen, trotz aller Widrigkeiten ihrer Zeit und trotz der persönlichen Schicksalsschläge, die sie tragen muss.
Edvard Hoem gelingt es, das Leben seiner Ururgroßmutter bildgewaltig vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Seine Sprache erinnert dabei an alte Geschichtenerzähler, denn sie hat eine Lebendigkeit und Kraft, die man heute selten findet.
Für mich ist dieses Buch eine der besten Biografien seit langem. Klar wird das Leben im Norwegen des 19. Jahrhunderts mit all seinen Mühen, aber auch dem leisen Fortschritt beschrieben. Wir werden mitgenommen in die Geschichte des Hebammenwesens und daran erinnert, was eigentlich das Wichtigste in der Begleitung der Gebärenden ist.
„Die Hebamme“ ist nicht nur ein Buch für Hebammen oder Norwegenfans. Es ist vielmehr ein Buch, das jedem Mut macht sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen, anzunehmen und damit die Welt zu verändern.